Ende März diesen Jahres verbrachte ich meinen Urlaub in Mexiko, genauer gesagt auf der Halbinsel Yucatán. Auf einer Rundreise die Archäologischen Stätten von Chichén Itzá, Uxmal, Palenque, Chicanná, Becán und Tulum zu sehen war ein einmaliges Erlebnis. Insbesondere die touristisch noch recht unberührten Orte Uxmal, Chicanná und Becán kann ich neben dem traumhaft im Dschungel verstecktem Palenque jedem Yucatán-Reisenden nur empfehlen!

Die Zeit während der insgesamt über 2.500km Busfahrt zwischendurch verbrachte ich unter anderem damit, den Bericht aus Yucatán des spanischen Bischofs und Franziskanermönchs Diego de Landa zu lesen. Landa kam 1549 nach Yucatán, als die Eroberung weitestgehend durch Francisco de Montejo abgeschlossen war. Jener gründete auch die heute noch wunderschöne Stadt Mérida in welcher man mindestens 2-3 Tage Aufenthalt einplanen sollte!
Diego de Landa spielte eine äußerst bittere Rolle bei der Unterdrückung und Vernichtung der Maya. Unter seinem Befehl wurden nahezu alle Maya-Schriftstücke und Skulpturen zerstört. Es blieben bis heute weltweit nur vier Maya-Kodizes übrig: Einer im Nationalmuseum für Anthropologie in Mexiko-Stadt, einer in der Bibliothèque nationale de France, einer im Museo de América und einer in Dresden im Buchmuseum der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek.
Und dennoch waren und sind seiner Aufzeichnungen als eine der wenigen Schriften zur Kultur, Geschichte und insbesondere der Sprache der Maya eine wichtige Quelle. Das Lesen der Aufzeichnungen ist nicht einfach, da man den religiösen Eifer de Landa’s nochmal miterleben muss. Man kann nur hoffen, dass sich die Reste dieser großartigen Zivilisation in der Zukunft noch weiter erholen kann.

