Jürgen Osterhammel – Die Verwandlung der Welt

Wie im letzten Post angekündigt, werde ich hier in Zukunft regelmäßig Bücher vorstellen. Meine Beweggrund ist recht einfach: Wiedermal sind im Zuge der Pandemiemaßnahmen alle Kultureinrichtungen geschlossen sowie der Tourismus eingestellt, de facto Berufsverbot für mich. Ich möchte allerdings nicht, das diese kleine Seite wieder für Monate leer bleibt. Jeder der sich hierher verirrt soll auch in Zeiten geschlossener Museen und verbotener Stadtführungen hin und wieder etwas interessantes erfahren.

Gleich vorweg: Ich habe nicht den geringsten Anspruch die Bücher zu rezensieren oder gar zu bewerten. Zu nahezu allen Büchern gibt es meist bereits zahllose fachkundige Rezensionen auf die ich auch verlinken werde.

Den Anfang macht eines der dicksten Bücher die ich wohl bis jetzt gelesen habe: „Die Verwandlung der Welt“ geschrieben vom deutschen Historiker Jürgen Osterhammel. Jürgen Osterhammel, bis zur Emeritierung 2018 Professor für Neuere und Neuste Geschichte an der Universität Koblenz, legt in diesem Buch auf ca. 1300 Seiten eine Globalgeschichte des 19. Jahrhunderts vor.

Ich hatte mir diese Buch schon lange vorgenommen. Auf Grund seines enormen Umfangs hatte ich mich allerdings lange herum gedrückt.  Als ich dann aber in einem Essay von Christopher Clark (Im Band „Gefangene der Zeit“) zuletzt wieder Osterhammels Name las, rang ich mich durch und habe es nicht bereut.

Die Ausmaße des Buches machen eine kurze Zusammenfassung unmöglich.  Das Buch ist grob in  drei Teile geteilt. Im ersten Teil näherte sich Osterhammel in drei Kapiteln räumlich und zeitlich dem 19. Jahrhundert an, wobei er direkt am Anfang einen sehr interessanten Schwerpunkt auf die Selbstbeobachtung der Gesellschaft legt .  Im zweiten (und umfangreichsten) Teil unter dem  sehr passenden Titel „Panoramen“,  bearbeitet einzelne tragende Eigenschaften der Verwandlung. Für mich persönlich war insbesondere das „Frontier“ Kapitel sehr aufschlussreich. Im dritten Teil werden einzelne „Themen“ der Verwandlung behandelt, hier sind mir besonders die Kapitel „Arbeit“ und „Netze“ im Gedächtnis geblieben.

Auch wenn ich mich manchmal durch einige Passagen und Seiten quälen musste, so würde ich das Buch doch jedem, der sich irgendwie für die Geschichte des 19. Jahrhunderts interessiert, empfehlen. Mit seinem umfassenden Betrachtungen (und über 200 Seiten Anmerkungen und Literaturnachweisen!) eignet es sich in gewisser Weise auch als Nachschlagewerk.

Eine ausführliche fachkundige Rezension findet sich bei  hsozkult.de

 

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